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Nicola Cossar Spilinbergo
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Ed Schnabl, Poesie der Farben und Klänge

Messagero Veneto – 19. April 2010  
von Nicola Cossar Spilinbergo.


Ed ist ein sanfter Meister der Suggestionen, ein von Emotionen  Erzählender; Emotionen, die von weit weg her stammen, von Land´s End, um sein hervorragendes Album „Songs From Land´s End“ zu zitieren, ein Reisender der Seele, der die Wege des Schmerzes ebenso kennt wie die der Liebe. Er ist ein weiser Poet, fallweise in Leonard Cohens Farben gehüllt, dann wieder in feinnervige und tiefe Schattierungen eines Dylan getaucht, aber auch sonnig durchwirkt, vom festlichen Licht des  hellenischen Mittelmeers und dem der träumerischen amerikanischen  Prärien und auch von den alten Rhythmen der irischen Himmel.
Mit diesem Gepäck an Leben und Träumen ist Schnabl, der Reisende, Freund unter Freunden, in dieses Spilinbergo zurückgekehrt, um es hier im Cinema Teatro Miotto zu präsentieren. Spilinbergo, das ihm als Mensch und als Künstler schon so viel geboten hat. Folkest und die Gemeinde sind mit großem Erfolg dabei, das Miotto zu einem Kultur und Veranstaltungszentrum umzugestalten.

Die Show, eingeleitet von einem Set des Songwriters Norb Payer, dem ehemaligen Bassisten von Ed, der Norb nun auf der Mandoline  begleitet hat, war sehr schön. Gut bemessen, intim und elegant. Zwei ausgewählte Videoklipps waren zu Anfang und Ende von Ed´s Set zu sehen, der Clip zu Beginn in schwarz weiß wurde, unter Mitwirkung  von Johanna Tham,  einer wundervollen jungen Stimme, im Haus des Liedermachers gedreht.
Tragendes und prägendes  Element des Konzerts ist sicherlich die  achtsame und ausgewogene Wahl der Klänge, der zurückhaltende Einsatz  von Elektronik, der exzellente tanzende Bass des Peter Jocham, ein  gut dosiertes Gleichgewicht zwischen klassischen- (das anmutige Cello von Marie Orsini Rosenberg,  
populären- (das Akkordeon von Nina Bernert) und den exotisch-ethnischen Elementen (die Pedal-Steel Gitarre und die Bouzouki von unserem Maestro Robby Colella). Das Ganze wurde von den diskreten und mathematischen Rhythmen des Percussionisten und Schlagzeugers Aram Zarikian gegliedert.

Alles in allem eine Garantie für hohe Qualität, Professionalität und äußerst geschmackvolle  Klangkomposition. Colella, kongenialer Partner  Schnabl´s, gab unterhaltsam einmal den träumerischen Cowboy, dann wieder den griechischen Musiker an der Bouzuki ("In Wirklichkeit", scherzte Ed "ist er Grieche und heißt Kolellas"). Eine ideale Atmosphäre, um sich dem Genuss guter Schwingungen hinzugeben, Schwingungen die ein Portrait des Lebens, in Worten und Musik, des großen Wiener-Kärntner Künstlers in Chiaroscuro  malen.
Schnabl hat aus seinem faszinierenden Songbook eine Handvoll erlesener Stücke gewählt; Aus dem 2009 erschienenen Album "All The Things We Say Today" den Walzer "Jo's Chair", "Best Of Both Sides", das hinreißende "I Want You", "Things We Say Today" (eine erstklassige Ballade), "At The River" (geschrieben am Ufer des Tagliamento), "Speaking It Out", das zarte "World Underground" und der lyrische und feine "Song To Make You Cry".
Aus dem Album "Times and Reasons" kamen das strahlende "Wheels" und die Geschichte des Verlassens, "Canyon Kid". Von "Songs From Land's End" brachte Ed das Meisterstück "Any Window" und von "Wild Things" das Lied "Headlines".
Ein Streifzug in zarten Farbtönen und durchdrungen von einer  Menschlichkeit, mit der uns Schnabl in seiner schlichten Weisheit durch  die Jahre vertraut gemacht hat.
Es war eine gewinnende Auswahl an Liedern, begeistert aufgenommen vom Publikum des Miotto und den zahlreichen friulanischen Fans, die die  Rückkehr des Künstlers nach Spilinbergo am Samstagabend gefeiert  haben. Ed und seine Weggefährten haben dem Publikum einmal mehr einen  Abend der Zärtlichkeit der Gefühle und eine Musik geschenkt, deren  Schwingungen so reich an Farben ist, und die es wieder und wieder  vermag, die vielen erlebten und erzählten Geschichten in Klänge zu gießen. Lied um Lied, Konzert um Konzert, Stadt um Stadt, auf  der sicherlich wundersamen Reise der Existenz .

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