Die Band

Ed Schnabl, Roby Colella, Johanna Tham, Marie Orsini-Rosenberg, Nina Bernert, Peter Jocham, Aram Zarikian

 

Ed Schnabl in Worte zu fassen ist eine denkbar schwierige Aufgabe. Verwehrt er sich doch dagegen in das Singer/Songwriter–Eck gerückt zu werden.
Nichtsdestotrotz gilt er jenen die ihn kennen als die authentischste heimische Erscheinung dieses Fachs. Doch Schubladisierungen hin oder her: Ed Schnabl macht Musik von erhabener Schönheit. Musik die sich aus den akustischen Weiten Amerikas speist. Aus einer musikalischen Tradition heraus, die Erdung und Wahrhaftigkeit als Maxime versteht. Denn auch Ed Schnabl ist echt. Kein Epigone oder Schmerzposeur sondern einer jener Sorte die tun muss was zu tun ist, weil es ihnen das Gefühl vorschreibt.

Dabei ist Ed Schnabl ein Spätberufener, der erst in seinen späten Dreißigern ins aktive Künstlersein eintrat. Mit „All the things we say today“ legt der in Kärnten und Wien Ansässige sein fünftes Album vor. Ein Destillat seines bisherigen Schaffens, das sich einer Instrumentierung bedient, wie sie in diesem Land selten zu hören ist:
Pedal Steel Gitarre und Violoncello sind ebenso tragende akustische Säulen wie Akkordeon oder Mandoline. Auch dieses Mal veröffentlicht Schnabl bei dem renommierten italienischen Label Folkest Dischi.

Dass ihm Ö1 im Zuge des Vorgängeralbums „Times & Reasons“ eine Stunde Programm widmete, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Wolfgang Kos entdeckte Ed Schnabl für sich als dieser den Support für Townes van Zandts erstes Österreichkonzert im Jahr 1992 gab. Wobei die Internationalität ein wichtiger Faktor iim Schaffen Ed Schnabls ist. In den Neunziger Jahren spielte er in Austin/Texas mit Göttern und Halbgöttern wie Guy Clark, Alejandro Escovedo oder eben auch dem großen Townes van Zandt. Beim bekannten Folkest–Festival in Udine und überhaupt im gesamten oberitalienischen Raum ist Schnabl Dauergast.

„All the things we say today“ besticht jedoch nicht nur musikalisch. Denn Ed Schnabl ist ein ebenso ausgereifter Poet wie Musiker. Seine Texte erzeugen Bilder im Kopf, verleiten dazu in Parallelwelten abzutauchen und eigene Wahrheiten zu beziehen. Und spätestens dann wenn Ed Schnabl mit seiner international besetzten Band in der Live–Situation erlebt wird, verdeutlicht sich die gesamte Bandbreite dieser musikalischen Ausnahmeerscheinung.

Johannes Luxner

 

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